Jahresbericht 1998
Vorwort
Liebe Leserin, lieber Leser!
Ein Jahr ist es nun her, daß der Verein STERN-TALER gegründet wurde und vieles ist passiert.
Die Idee, Kindern mit der Erfüllung von Herzenswünschen zu helfen, ist bei vielen Menschen so gut angekommen, daß wir vom kleinen Gründungs-"Vereinchen" in der Zwischenzeit zu einem Verein mit 25 Mitgliedern gewachsen sind.
Mit einem Start-Kapital von 0,00 DM haben wir unsere Aktivitäten angefangen, durch die große Spendenfreude haben wir in unserem ersten Jahr auf ein Gesamtbudget von rund 10.000,-- DM zurückgreifen können.
Anfangs bestand unter den aktiven Vereinsmitgliedern die Vorstellung, zunächst zwei, vielleicht drei Kindern durch die Erfüllung eines Herzenswunsches etwas Lebensfreude zu schenken - bis zum heutigen Zeitpunkt haben wir insgesamt 12 Kindern eine Freude gemacht.
Diese tolle Entwicklung haben wir Ihnen als Vereinsmitglieder und Ihnen als großzügige Spender zu verdanken. Aus diesem Grund haben wir uns die Mühe gemacht, Ihnen einen detaillierten Bericht zu erstellen, aus dem Sie alle Aktivitäten des Vereins entnehmen können und sich mit uns über 12 Paar strahlende Kinderaugen freuen können!
Vielen Dank für Ihr großes Interesse!
Ihr STERN-TALER-Team
Wie ist der STERN-TALER entstanden?
Die erste Vision dieses Vereines hatte Susanne Dahncke-Köster (32, Personaltrainerin) im September 1997. Sie konnte Heidi Helsper (39, Gesundheitsberaterin) und Charlotte Engel-Steimle (32, Physiotherapeutin) sofort für die Idee, STERN-TALER zu gründen, begeistern.
Im November 1997 wurde STERN-TALER offiziell gegründet und im Vereinsregister eingetragen.
Seit Juni 1998 unterstützt Kathrin Peters (37, Kauffrau) die Vorstandsarbeit.
Mit wem arbeitet STERN-TALER zusammen?
Mit dem Universitätskrankenhaus Hamburg Eppendorf:
STERN-TALER steht in Verbindung mit den Ärzten und dem Pflegepersonal der Kinderklinik, bei dem wir uns persönlich vorgestellt haben. Die Kinderschwestern vermitteln uns STERN-TALER-Kinder und deren Wünsche.
Mit dem Werner-Otto-Institut Hamburg Alsterdorf:
Das Werner-Otto-Institut ist ein sozialpädiatrisches Zentrum, in dem viele diagnostische und therapeutische Anwendungen unter einem Dach ambulant und stationär durchgeführt werden. Auch hier haben wir uns persönlich vorgestellt.
Die Kontakte zu den Kindern werden von den Therapeuten hergestellt.
Mit der Kinderärztin Susanne Bischoff, Ahrensburg:
Durch den persönlichen Kontakt zu der Kinderärztin ist es uns auch möglich, im direkten Umfeld zu helfen.
Welchen Kindern hat STERN-TALER geholfen?
"Patrick I"
Patrick ist ein siebenjähriger Junge, der im Oktober 1997 einen schweren Autounfall hatte. Das UK Lübeck konnte ihn durch Reanimation wieder zum Leben erwecken, ein Blutgerinsel im Kopf ist ohne Folgeschäden zurückgegangen. Aufgrund des erlittenen schweren Beinbruchs mußte Patrick zunächst 2 Monate über Weihnachten im Krankenhaus bleiben. Nach seiner Entlassung mußte er jedoch bereits am folgenden Tag wieder eingeliefert werden, da das Bein eine erneute Fraktur erlitt. Nach weiteren 8 Wochen wurde Patrick mit einem Fixateur nach Hause entlassen. Der Fixateur wurde - nach weiteren Schwierigkeiten wie Entzündungen etc. - im April 1998 entfernt. Heute bekommt Patrick Krankengymnastik, um auch seine in Mitleidenschaft gezogene Hüfte wieder zu reparieren. Die alleinerziehende Mutter von drei Kindern ist durch den Unfall und die schlechten Genesungsfortschritte ihres Sohnes sehr mitgenommen. Durch den frühen Tod ihres Mannes muß sie ihre Probleme, Sorgen und Ängste alleine bewältigen.
STERN-TALER hat den beiden ein Wochenende an der Ostsee organisiert, damit Mutter und Sohn einmal wieder gemeinsam etwas Lebensfreude spüren können.

"Julian"
Julian ist fünf Jahre alt und leidet unter einem schweren Anfallsleiden, bedingt durch seinen angeborenen Wasserkopf. Nach einem vierwöchigen Krankenhausaufenthalt im UKE war es sein innigster Wunsch, mit seinen Geschwistern und seinen Eltern die Elefanten bei Hagenbeck zu besuchen.
STERN-TALER hat ihn und seine Familie zu einem gemeinsamen Ausflug eingeladen und ihn dabei begleitet.
"Sabrina"
Am 17. Juni haben wir unseren Verein im TV HH 1 vorgestellt. Darauf hin erhielten wir unter anderem einen Anruf von Sabrinas Mutter. Sabrina ist heute 5 Jahre alt. Sie wurde nach einer komplizierten Geburt tot zur Welt gebracht. Die Reanimation erfolgte nach sieben Minuten, so daß Sabrina heute schwer körperlich und geistig behindert ist. Bereits der erste Kontakt mit der Familie war für Sabrina eine große Freude.
STERN-TALER wird die Familie sechs Monate dabei unterstützen, Sabrina eine Pflegerin aus dem Rauhen Haus zur Verfügung zu stellen, die das Mädchen ihren Bedürfnissen entsprechend betreut.
"Patrick II"
Patrick, acht Jahre, ist seit seiner Geburt querschnittsgelähmt. Sein Wunsch war es, einmal auf einer Kart-Bahn ein Rennen zu fahren.

Durch die Organisation von STERN-TALER konnte Patricks Traum in Erfüllung gehen. Auf der Kart-Bahn in Norderstedt hat Patrick in einem eigens für ihn umgebauten Kart-Wagen einen ganzen Nachmittag lang die Unabhängigkeit und Freiheit des Rennsports genießen können.
Der Heimatspiegel Extra Norderstedt war live bei der Aktion dabei und hat darüber berichtet:
Toll: Stern-Taler spendierte behindertem Kind eine Fahrt auf der Kart-Bahn
NORDERSTEDT (pu). Es gibt den Verein noch nicht lange: Stern-Taler heißt er und sein Ziel ist es, kranke und behinderte Kinder glücklich zu machen. Das haben sie bei Patrick Last geschafft. Das behinderte Kind konnte seinen Wunschtraum verwirklichen: Eine Fahrt auf der Kart-Bahn.
"Wir waren sehr glücklich, als die Kart-Bahn hier in Norderstedt gleich zugesagt hat - und das sogar, ohne einen Pfennig dafür zu nehmen", freute sich die Vorsitzende, Heidi Helsper. "Kalle" Kern, Inhaber der Bahn, die in der Straße In de Tarpen liegt, bastelte mit seinen Jungs so lange an einem Kart, daß es sogar "behindertentauglich" wurde. Denn: Der achtjährige kann seine Beine kaum bewegen.
Mit einem Handgriff für Gas und Bremse konnte Patrick, der seit seiner Geburt an den Rollstuhl gefesselt ist, das Kart steuern. Mutti und Vati waren natürlich mit von der Partie und hielten das freudige Ereignis gleich in Bild und Ton fest. Dann ging's los: Ein erstes zaghaftes Ziehen am Handgas, dann ruckelte das Kart los - und fuhr gleich gegen die Bande. Patrick machte es einen Riesenspaß und es war nix passiert.
Grünes Licht und der Junge fuhr á la Schumacher seine Runden. Freudestrahlend lachte er seinen Eltern zu, als er Start und Ziel passierte. "Das Lachen des Kindes ist natürlich eine große Freude für uns", gab "Kalle" Kern zu. Patrick auf jeden Fall wird diese Runden auf der Norderstedter Kart-Bahn bestimmt nicht vergessen.
Sein Erlebnis hat Patrick für uns gemalt:
"Anja"
Anja ist ein 13-jähriges Mädchen, was wegen eines Hirntumors im UKE untergebracht ist. Anja wünschte sich von Herzen drei CDs, da es ihr im Krankenhaus viel zu langweilig ist.
STERN-TALER besuchte sie in ihrem Krankenzimmer und brachte ihr die drei CDs mit. Das Mädchen - und auch die Mutter - war vor Freude aus dem Häuschen.
"Lars"
Lars ist ein neunjähriger Junge, der seit seiner Geburt querschnittsgelähmt ist. Seine liebste Beschäftigung ist Schwimmen. Diesen Wunsch kann ihm seine Mutter jedoch nur selten realisieren, da ihr die körperlichen Kräfte fehlen, ihr Kind allein in das Schwimmbecken zu begleiten, ihn anschließend anzukleiden etc.
STERN-TALER wird Lars für sechs Monate einen Pfleger finanzieren, der mit ihm alle zwei Wochen schwimmen geht.
"Juri"
Juri ist ein 15-jähriger, behinderter Junge, der im Werner-Otto-Institut ambulant behandelt wird. Diese Behandlungen sind für ihn so schmerzhaft, daß seine Therapeutin ihn nur durch die "Belohnung" von DM 1,00 zum Mitmachen animieren konnte. Juri hat dieses Geld gespart und wollte sich von diesem Geld eine Play-Station kaufen.
STERN-TALER hat sein Erspartes um den Differenzbetrag aufgestockt, um ihm diesen innigsten Wunsch erfüllen zu können.
"Zerrin"
Zerrin ist 11 Jahre alt und leidet unter Nierenversagen. Sie lebt bei ihren Großeltern und wünschte sich von STERN-TALER das erste Mal in ihrem Leben ins Theater zu gehen.
Wir begleiteten sie in das Weihnachtsmärchen Emil und die Detektive.
"Lena"
Lena ist mit einer Chromosomenanomalie zur Welt gekommen und hat in den acht Jahren ihres Lebens diverse medizinische Eingriffe zur Korrektur ihrer Organe über sich ergehen lassen müssen. Heute wartet sie auf eine Spenderniere und muß deshalb viel Zeit an der Dialyse verbringen.
Von STERN-TALER wünschte sich Lena einen CD-Disk-Man, mit dem sie sich nun die lange Zeit während ihrer Behandlung vertreiben kann.
"Mira"
Mira ist ein kleines, dreieinhalb Jahre altes Mädchen, das nach der Entfernung eines Hirntumors im UKE noch weitere Wochen durch den Aufenthalt in der Reha-Klinik von ihrer Familie getrennt war. Ihren Wunsch entnahmen ihre Pfleger ihren zahlreichen Zeichnungen, in denen sie ein Zelt und einen gemeinsamen Camping-Ausflug gemalt hatte.
STERN-TALER half der Familie bei der Organisation des Zeltes und dem nächtlichen Ausflug im eigenen Garten. November 1998
"Diana"
Diana, 17, hat bereits ihre dritte Nierentransplantation hinter sich. Nach der letzten Operation hoffen die Ärzte, ihre Eltern und natürlich Diana, daß ihr Körper dieses fremde Organ nun annehmen wird.
Mit dem Einverständnis der Ärzte durfte Diana mit ihrer Mutter zusammen ihren Lieblingsstar Aaron Carter live in der großen Freiheit in Hamburg erleben.
Was plant STERN-TALER für 1999?
Wir wünschen uns, noch vielen anderen Kindern auf diese Art helfen zu können. Aus diesem Grund werden wir weitere Kontakte zu Ärzten und Krankenhäusern knüpfen. Zum Beispiel zu den Kurkliniken Bad Bramstedt (Rheumaklinik, Psychosomatische Klinik) und dem Kinderkrankenhaus Altona.
Außerdem wollen wir uns im "Kreis Kinderärzte Stormarn" vorstellen, um den nachbarschaftlichen Kontakt zu intensivieren und darüber auch in der direkten Umgebung noch mehr Hilfe leisten zu können.
Erster Fall 1999 "Murat"
Der 22 Jahre alte Murat wird aufgrund seiner Krankheit noch auf der Kinderstation des UKE betreut. Er leidet an einer schweren Stoffwechselkrankheit und ist rollstuhlpflichtig. Er ist auf Betreuung angewiesen und hat einen großen Teil seines Lebens im Krankenhaus verbracht. Murat träumt schon lange von einem PC. Er möchte trotz eingeschränkter Mobilität per Internet Kontakt aufnehmen können und damit von der Außenwelt nicht ganz so abgeschnitten sein.
STERN-TALER schenkte Murat im Januar '99 einen Computer
Schlußwort
Liebe Leserin, lieber Leser!
Das erste STERN-TALER-Jahr hat uns viele schöne Erfahrungen gebracht.
Schon die ersten Kontakte mit den Kindern haben uns sehr bewegt. Bei der Organisation der Ausflüge und der kleinen Geschenke haben wir die Vorfreude auf die glänzenden Kinderaugen genossen und als wir schließlich mit Patrick auf der Kart-Bahn standen oder Julian beim Elefantenfüttern zugeschaut haben, konnten wir die Freude der Kinder regelrecht mit genießen.
So fiel es uns leicht, die aufwendige Gründungsorganisation und die viele Arbeit zu vergessen und mit Elan weiter zu machen.
Vieles haben wir 1998 schon ermöglicht, doch lange nicht genug. Damit 1999 auch ein erfolgreiches STERN-TALER-Jahr wird, freuen wir uns über jede Unterstützung.
STERN-TALER bedankt sich bei allen, die in unserem Gründungsjahr Vereinsmitglied geworden sind, die uns mit einer Geldspende geholfen haben, die uns publik gemacht haben und für jede tatkräftige Unterstützung aus unserem Familien- und Freundeskreis!
Susanne, Charlotte, Heidi, Kathrin