Jahresbericht 2003

Vorwort

Liebe Leserin, lieber Leser!

Unser STERN-TALER-Jahr 2003 stand ganz unter dem Motto: „Lasst die STERN-TALER tanzen!“.

Nach dem sehr wunschintensiven Jahr 2002 war es uns sehr wichtig, unsere Spendeneinnahmen zu erhöhen, um in Zukunft noch vielen Kindern ihre Herzenswünsche erfüllen zu können. Der Mittelpunkt in diesem Jahr war dabei unsere Familien-Disco im Sommer, die ein voller Erfolg war. Die Professionalisierung unseres Internet-Auftritts hat ebenfalls dazu beigetragen, viele spendenfreudige Menschen für uns zu interessieren und unsere Aktivitäten zu unterstützen.

Es war ein arbeitsintensives Jahr, in dem uns ehrlich gesagt, der Kontakt mit den STERN-TALER-Kindern zu kurz gekommen ist. Das wird im folgenden Jahr wieder anders werden.

Was nicht anders werden wird, ist, dass unsere Zeitkapazitäten mehr und mehr beschränkt werden – alle Frauen im Vorstand sind neben Ihren Kindern jetzt wieder berufstätig – so dass wir uns mehr und mehr Unterstützung von Euch und Ihnen, den Vereinsmitgliedern, wünschen. Natalie Hampel und Elisabet Hildenstock haben sich spontan nach unserem Sommerfest dazu entschlossen, uns durch aktive Mitarbeit zu unterstützen. Danke!

Wir danken allen Spendern, Mitgliedern, Sponsoren, Multiplikatoren und allen, die uns wohl gesonnen sind für die tolle Zusammenarbeit. Wir haben unser Jahresziel erreicht – Sicherung des Budgets – und schauen nun voller Vorfreude in das Jahr 2004.

Vielen Dank
Ihr STERN-TALER-Team


Wer steht hinter STERN-TALER?

Im Vorstand sind unsere langjährigen Mitglieder Susanne Dahncke-Köster, Charlotte Engel-Steimle, Kathrin Peters und Silke Ostwald. Heidi Helsper nimmt wieder mehr und mehr an der aktiven Vorstandarbeit teil.

Wir haben neue Unterstützung:
Unsere neuen „Helferinnen“ Natalie Hampel (26, Erzieherin und stellvertretende Leiterin der KITA Gartenholz) und Elisabet Hildenstock (39, Informatikerin und Mutter dreier Kinder) werden uns im nächsten Jahr tatkräftig unterstützen.

Unsere Partner

Die Zusammenarbeit mit unseren Partnern steht auf stabilen Füssen.

Universitätsklinik Eppendorf:

Die Kinderkrankenschwestern vermitteln uns mit Unterstützung der Ärzte die STERN-TALER-Kinder und deren Wünsche. Die kleinen Patienten kommen überwiegend von Station 5 und der Kinderdialyse.

Kath. Kinderkrankenhaus Wilhelmstift in Rahlstedt:
Die Seelsorgeschwester informiert uns über die Herzenswünsche der Kinder.

Werner-Otto-Institut:
Die Kontakte zu den Kindern werden über die Therapeuten hergestellt.

Kinderärztin Susanne Bischoff, Ahrensburg:
Durch den persönlichen Kontakt zu der Kinderärztin ist es uns auch möglich, im direkten Umfeld zu helfen.

Gleichwohl erfordert es immer wieder Präsenz und Kontaktarbeit zu den einzelnen Häusern, um uns immer wieder in Erinnerung zu rufen.


Unsere STERN-TALER-Kinder 2003

“Laureen*”


Große blaue Augen blicken verloren ins Leere, bleiben manchmal an einem unserer Gesichter hängen um dann wieder abzuschweifen. Was Laureen tatsächlich wahrnimmt, ist schwer zu sagen. Während ihrer Geburt hat sie einen Sauerstoffmangel von mehreren Minuten erlebt. Heute ist sie fast sechs und kann nicht alleine stehen, nicht gehen, nicht sprechen, muss künstlich ernährt werden.

Die Eltern kümmern sich zusammen mit einer Krankenschwester liebevoll und sehr engagiert um Laureen. Um jedes Hilfsmittel muss mit der Krankenkasse gestritten werden, in jeder Nacht reißt sie das Piepen der Atmungsüberwachung mehrmals aus dem Schlaf, jeder noch so kleine Spaziergang bedarf stundenlanger Vorbereitung. Und doch: Laureens Eltern geben nicht auf. In ein Heim soll Ihre Tochter nicht.

Nachdem sie durch die STERN-TALER- Seite im Internet auf uns aufmerksam geworden waren, entspann sich bald ein reger E-Mail – und Telefonkontakt. Doch der ursprüngliche Wunsch, ein Urlaub an der Ostsee um Laureen einmal das Erlebnis von Sonne, Sand und Meer zu ermöglichen, musste schon bald verworfen werden. Zu anstrengend für Laureen, bei der jeder kleine Schnupfen sich zu einer Lungenentzündung ausweiten kann, bei der man nie weiß, wann die Atmung das nächste Mal aussetzt.

So wurde aus dem Urlaub eine „Lichtbox“, eigentlich ein Therapiemittel für Sehbehinderte, ein großer Kasten, in dem sich spezielle, regulierbare Leuchtröhren befinden. Auf der Oberfläche können verschiedenste Formen, Schablonen und Folien hin und her bewegt werden, wodurch auch die Hand- Augenkoordination trainiert wird. Ein Therapiemittel also, das für Laureen jedoch ein herrliches Spielzeug ist. Sie begann sofort, von ihrem Papa gestützt, rote Formen zu greifen und zu verschieben und war lange Zeit vollkommen in ihr Spiel - oder sollte man besser sagen in ihre Arbeit -  vertieft.

Zum ersten Mal an diesem Besuchsnachmittag zeigte sich Regung und Leben in Laureens Gesicht und das war für uns das schönste Dankeschön.

 

“Pierre”


Fragt man Pierre, warum er so oft im Krankenhaus sein muss, kommt ihm der komplizierte Name seiner Krankheit kaum über die Lippen und dann erklärt er es lieber mit den Worten seines Arztes im UKE: „ Es ist ein bisschen so, als ob meine Nieren Husten hätten.“ Jedenfalls ist es eine heftige Art von Husten, denn Pierre muss immer wieder für lange Zeit zur Behandlung ins Krankenhaus. Glücklicherweise war bisher eine Nierentransplantation nicht erforderlich, jedoch muss Pierre hohe Dosen Kortison einnehmen um die Krankheit unter Kontrolle zu halten. Dadurch ist das Gesicht des eigentlich schlanken 12-Jährigen sehr aufgedunsen, worüber er furchtbar unglücklich ist.

Immerhin nehmen ihn seine Freunde zu Hause so wie er ist. Es gibt keine Hänseleien und nach jedem Krankenhausaufenthalt ist er sofort wieder akzeptiert und „mittendrin“.

Das war auch der Hauptgrund für seinen Herzenswunsch, ein Fotohandy. Er möchte so gut es geht Kontakt zu seinen Freunden halten, wenn er im Krankenhaus ist, nicht nur durch Telefonate und SMS, er möchte ihnen gerne auch mal zeigen, wie es da so aussieht auf der Kinderstation 5, welche Freunde er dort gefunden hat und womit er sich da die Zeit vertreibt.

Als wir Pierre besuchten, durfte er gerade ein paar Tage zu Hause bei seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder verbringen. Pierre war sehr aufgeregt und seine ganze Familie freute sich riesig mit ihm, als sein großer Wunsch endlich erfüllt wurde. Auf seine stille, bedächtige Art bedankte sich Pierre und versprach, uns bald ein Foto mit seinem neuen Handy zu senden.



 

“Jamie”


Jamie wird bald 5 Jahre alt, im Frühjahr 2004, und seine Eltern und sein Bruder sind froh, dass sie diesen Tag mit ihm feiern können. Denn es gab einen Moment im Leben der jungen Eltern, da glaubten sie Jamie verloren: Mit einem Feuerzeug versteckte er sich im letzten Frühjahr im Kleiderschrank und zündete es. Es gab eine Verpuffung und alles stand in Flammen. Jamie zog sich schwerste Verbrennungen am Kopf und seinen Händen zu. Viele Operationen und Hauttransplantationen waren nötig, um Jamie wieder aus dem Wilhelmstift in Hamburg-Rahlstedt entlassen zu können.


Und viele OP´s sind noch notwendig, um Jamies Hände wieder funktionsfähig zu machen: er hat durch das Feuer alle Finger verloren.

Wie alle 4jährigen Jungs tobt der Kleine aber gerne, am liebsten im Freien mit seinem kleinen Bruder Fabian. Immer wieder hebt seine Mutter ihn auf die Rutsche am Spielplatz und hat jedes Mal Angst, dass Jamie sich beim Niedersetzen nicht halten kann und vielleicht vom Gerüst stürzt. Aber Rutschen, Rutschen, Rutschen ist einfach eine so tolle Sache für Jamie.

Gemeinsam kamen wir auf die Idee, Jamie eine Rutsche in den Garten zu stellen, auf die er ohne fremde Hilfe hinaufklettern und runter rutschen kann: eine Hangrutsche. Eine Rutsche, die auf einem kleinen Erdwall liegt, auf den Jamie rauf laufen kann, im Sommer sogar als Kullerhügel nutzen kann und im Winter als Rodel- und Schlidderhügel. STERN-TALER schenkt und baut Jamie und seinem kleinen Bruder diese Rutsche, so dass im nächsten Frühjahr seine Rutschlust so richtig ausgelebt werden kann.

 

„Tom“


Tom (10) ist ab der Halswirbelsäule querschnittsgelähmt und seine Betreuerin Christiane aus der Diakoniestation in Giffhorn kam zu uns über das Internet. Gerne hätte sie es gesehen, wenn Tom einmal seine größte Band – Westlive – kennengelernt hätte. Doch leider ist das einer der Wünsche, die für uns eine „Nummer zu groß“ sind – wir versuchten über das Management, die Plattenfirma, die Agentur usw. Kontakt aufzunehmen, leider vergeblich. So mussten wir Christiane leider unseren Misserfolg mitteilen. Gerne hätten wir Tom einen anderen Wunsch erfüllt – aber dies wollte uns Christiane nicht weiter „zumuten“. Toms Familie versucht ihrem kleineren Sohn alle erdenklichen Wünsche zu erfüllen – nur die Erfüllung des Traums, einmal hinter die Bühne bei Westlive zu gelangen, gelang auch ihnen nicht. Entschuldigung Tom und für Dich alles Gute!

 

“Michael”


Warm ist es auf der Dialyse-Station des UKE, warm und laut. Sinan lässt mit lautem Brummen Papierflieger durch das Zimmer sausen, während Lisa in gleicher Lautstärke unregelmäßige englische Verben konjugiert. Zwischendrin wuseln Geschwisterkinder der kleinen Patienten, Krankenschwestern kontrollieren Schläuche und Anzeigen und beantworten geduldig die Fragen der Eltern. Doch in dem Bett rechts an der Wand ist es ganz ruhig. Es gucken nur ein paar blonde, zerwuselte Haare  unter der Bettdecke hervor.  Nicole und Jasmin, zwei STERN-TALER-Kinder aus vergangenen Jahren, die gerade wieder zur Kontrolle im UKE sind und uns begleiten, warnen leise mit Verschwörermiene: „Weckt ihn bloß vorsichtig auf! Michael kann ganz schön wütend werden, wenn man ihn während der Dialyse stört!“

Michael ist zwölf und wartet auf die zweite Nierentransplantation. Seit seine große Schwester vor einigen Jahren an Nierenversagen starb, hatte er die Rolle des  Clowns in der Familie übernommen. Er munterte seine Eltern und seine kleinere Schwester auf, er machte ihnen Mut und zeigte ihnen, dass man sich nicht unterkriegen lassen darf. Doch dann wurde auch er krank. Er bekam die gleiche Krankheit wie seine Schwester, ausgelöst durch einen genetischen Defekt, der irgendwann ausbrechen kann.

Wie sollte er jetzt noch seinen Eltern Lebensfreude und Zuversicht vermitteln, jetzt, da er selber todkrank war?

Zu der schweren Krankheit kam  der Verlust seines Selbstverständnisses, seines Selbstwertgefühls. Nichts stimmte mehr. Durch die vielen langwierigen Krankenhausaufenthalte verlor Michael seine Freunde zu Hause. Er, der immer ein guter Schüler war, musste die Klasse wiederholen um trotzdem den Anschluss nicht halten zu können.

Wirklich Freude bereitet Michael nur noch sein Computer zu Hause, an dem er spielt und auch Unterrichtsinhalte nacharbeitet. Er ist ein echter Freak, der sich super mit verschiedenen Programmen auskennt. Um so mehr fehlte ihm der Computer während der langen Zeiten im Krankenhaus und so war sein Herzenswunsch ein Laptop, mit dem er auch hier im UKE seine Zeit sinnvoll nutzen kann.

Niemals wäre Michael, der unglaublich bescheiden ist, auf die Idee gekommen, STERN-TALER um so ein großes Geschenk zu bitten. Er musste regelrecht von der Erzieherin Frau Börü gemeinsam mit anderen Stationskindern („Ja, das wäre genau das Richtige für Michael, dann ist er bestimmt nicht mehr immer so traurig“) überzeugt werden, seinen Herzenswunsch zu formulieren und an uns zu senden.

Nun standen wir also vor Michaels Bett, mit dem Laptop-Köfferchen in der Hand. „Hallo Michael, wir sind von STERN-TALER, erinnerst Du Dich noch an Deinen Herzenswunsch?“ Gebrummel unter der Bettdecke, eine Hand greift nach der Brille, ein verschlafenes Gesicht taucht auf, ein Blick auf das Köfferchen, das    verlegene  Grinsen wird breiter: „So ähnlich sehen die Koffer auch aus, mit denen die Spendernieren immer gebracht werden.“

Keine Zeit für lange Begrüßungen, das Geschenk muss gleich ausprobiert werden: „Der ist ja richtig klasse, da wird Papa aber Augen machen.“ Auch Nicole und Jasmin freuen sich sichtlich mit ihm und Frau Börü raunt uns zu:“ So gestrahlt hat er seit Monaten nicht mehr! “

Zum Abschied wünschen wir Michael, dass bald ein weiterer Koffer für ihn ankommt, mit der so dringend benötigten Niere. Als wir ihm von der Tür aus noch mal zuwinken, ist er schon fast wieder eingeschlafen und hält den Laptop fest in beiden Händen.



“Anina”

Anina ist ein 13-jähriges Mädchen aus Kassel, dass an Chorea Huntington unheilbar  erkrankt ist. Über das Ausmaß ihrer Erkrankung ist Anina nicht informiert. Bislang macht sich ihre Krankheit nur durch eine Sprachstörung  bemerkbar.

Ihre Mutter ist auf  Stern-Taler durch unsere Internetseite aufmerksam geworden. Anina liebt Tiere über alles und hat sich aber anfänglich ein Legolandbesuch gewünscht. Dieser Wunsch würde dann in eine Husky- Schlittenfahrt umgeändert. Die Erfüllung des Wunsches erwies sich als schwierig, da die wenigen Husky -Führer schon ausgebucht waren und nur Termine im Frühjahr anboten. Trotz mehrmaligen Nachfragens ließen  sich die Husky- Führer nicht erweichen,  eine Ausnahme für Anina zu machen. Somit kam STERN-TALER mit der Mutter von Anina, diesen Wunsch auf diesen Winter zu verschieben. Auch bislang konnte die Schlittenfahrt nicht realisiert werden, da Anina auf die Schulferien angewiesen ist und  keine Betreuungsmöglichkeit für die Geschwister während der Abwesenheit  von Mutter und Schwester gefunden wurde.

Wir hoffen, dass sich für Anina eine Lösung finden wird und sie sich  auch über ihren Herzenswunsch freuen darf.

“Finn-Felix“

Finn-Felix haben wir schon im Sommer 2002 kennengelernt. Er hat das Lennox Gastat Syndrom und eine starke Epilepsie, unter der Geburt wurde er mit zu wenig Sauerstoff versorgt. Seine Mutter Katrin und der heute 10jähirge hatten damals den Traum, einmal mit den Delfinen zu schwimmen. Von diesem Abenteuer versprach die Mutter sich mehr Zugang zu ihrem körperlich und geistig behinderten Jungen. Doch die Alltagsumstände (Finn-Felix hat noch einen jüngeren Bruder und seit Herbst 2002 ist Katrin wieder berufstätig) sowie der Gesundheitszustand von Finn-Felix haben diesen Traum in weite Ferne rücken lassen.

So begleiteten wir die Familie aus Kiel durch Telefonate und E-Mails, bis klar wurde, was allen dreien – insbesondere Finn-Felix – eine große Freude machen würde: ein Fahrrad. Ein besonderes Fahrrad, bei dem der Rollstuhl auf eine Plattform vor das Vorderrad gerollt und geschnallt wird. Jetzt sind Ausflüge in den Wald, ins Schwimmbad, ans Meer und auch zum Einkaufen möglich! Auf einem geliehenen Proberad strahlten Finn-Felixs Augen, sein Blick ging immer wieder in Richtung Himmel, wo er die Baumkronen vorbeisausen sah.

STERN-TALER schenkt der Familie dieses Fahrrad und hilft damit gleichzeitig sehr im Lebensalltag der alleinerziehenden Mutter: die vom Sozialamt nicht genehmigte KfZ-Heberampe für den Rolli macht Katrin das Leben zunehmend schwer. Einkaufen ist ohne diese Rampe nur unter schwierigsten Bedingungen möglich. Schließlich muss der Rolli mit viel Kraft ins Auto gehievt werden, ohne blaue Flecke und Schrammen geht das nie vonstatten.

Jetzt können Mutter und Söhne die Einkäufe mit dem Fahrrad erledigen – und Finn-Felix hat auch noch Spaß dabei!



 

„Judith“


Eigentlich ist Judith ein „ganz normales“ 11-jähriges Mädchen, wenn man mal davon absieht, dass sie aus dem Stand einen Flic-Flac springen kann.

Eine befreundete Sozialarbeiterin, kümmert sich zurzeit um die Familie und machte uns mit Judith bekannt, die in sehr schwierigen sozialen Verhältnissen aufwächst. Ihre ältere Schwester lebt wegen akuter Suizidgefährdung in einer betreuten Wohngemeinschaft, ihr jüngerer Bruder ist schwer körperlich und geistig behindert. Die alleinerziehende Mutter ist mit diesen Problemen vollkommen überfordert und mittendrin steht die “normale“, gesunde Judith, ein wenig schüchtern, aber fröhlich, die immer funktionieren muss. Weitere Schwierigkeiten und Probleme könnte die Familie nicht verkraften.

Jegliche Aufmerksamkeit gehen an Bruder und Schwester, um die beiden kümmert man sich, muss man sich kümmern, aber Judith steht immer nur daneben.

Aus diesem Grund stellte die Sozialarbeiterin den Kontakt zu STERN-TALER her. Sie befürchtet, dass Judith sich irgendwann selbst aufgibt, wenn sie von niemandem wirklich wahrgenommen wird. Außerdem hat Judith ein Talent und einen Herzenswunsch: Sie ist eine begabte Turnerin und möchte schrecklich gerne in einem Turnverein mitmachen. Frau Thöle erhofft sich dadurch auch eine bessere Integration, da Judith kaum Freunde hat. Doch für eine Mitgliedschaft in einem Sportverein fehlt der Familie das Geld.

Und so hat STERN-TALER nun bereits Kontakt zu einem Hamburger Turnverein aufgenommen und Judith muss sich im kommenden Jahr nur noch zwischen der Boden- oder Geräteturngruppe entscheiden,  um ihren Herzenswunsch zu erfüllen.

 
„Emely“


Emelys Wunsch, einmal Janet Biedermann kennenzulernen, erreichte uns per Email. Die 14jährige ist auf einen Rollstuhl angewiesen und träumt davon, einmal Ihr Idol kennenzulernen.  Emely lebt in Mecklenburg-Vorpommern und es gelang uns über zwei E-Mails hinaus nicht, mit ihr in Kontakt zu kommen. Manchmal ist es vielleicht gar nicht so schön, wenn die Erfüllung eines lang ersehnten Traums, in greifbare Nähe rückt.....?.....
 

„Mareike”

Seelsorgeschwester Barbara aus dem Kinderkrankenhaus Wilhelmstift rief uns an und erzählte uns von Mareike. Mareike und ihre Mutter zögerten sehr, den Kontakt zu uns entstehen zu lassen. „Wir sind doch zufrieden, Mareike hat doch so viele Spielsachen!“

Schwester Barbara war der absoluten Meinung, dass dieses Kind auf alle Fälle dieses Jahr ein STERN-TALER-Kind werden sollte, denn Mareike ist seit ihrer Geburt schwerstkrank! Die Nieren funktionierten nicht und mit 3 Jahren arbeitete der Dünndarm nicht mehr genügend. Seit ihren fünften Lebensjahr wird Mareike künstlich ernährt. Viele Operationen und lange Krankenhausaufenthalte ließen ihr nicht den Mut und die Kraft nehmen.

Heute hat die 13-Jährige eine unglaublich positive, freudvolle, selbstbewusste Ausstrahlung, die uns sehr beeindruckt hat bei unserem Besuch. Sie wünschte sich nach langem Überlegen endlich doch etwas: Auf einem Spaziergang ums Krankenhaus entdeckte sie ein Spielhaus, ähnlich einem Hexenhäuschen, sie wünschte es für sich und ihre Freunde. Und es solle auf öffentlichem Grund stehen, damit noch viele andere Kinder etwas davon haben! Wir kontaktierten und organisierten und planten, fanden sogar einen Spender, der Mareike gern unterm Weihnachtsbaum einen persönlichen Gutschein gelegt hätte.

Beim nächsten Telefonat kam der Sinneswandel. „Beschenkt lieber andere, wir verzichten, es liegt schon so viel unter unserem Christbaum...!“ Unvollendeter Dinge waren wir einer Erfahrung reicher.

 
„Sarah“


Sarah suchte mit Ihrer Mutter eine Wohnung ohne Durchfeuchtungen und Schimmelbildung. Ein Aufruf über Radio Hamburg brachte Sarahs Mutter viel Aufmerksamkeit – ihr Vermieter renovierte schließlich das zu Hause von Sarah, so dass beide nun dort in der Nähe von Sarahs Schule und Freunden wohnen bleiben können. Der Gesundheitszustand der 11jährigen hat sich seit dem sehr verbessert.

                        
„Pascal“

Pascal Voss (8 Jahre) leidet an einer Cerebralparese. Er wohnt mit seiner Schwester und seinen Eltern in Kaltenkirchen. Bei der komplizierten Frühgeburt verlor er seine Zwillingsschwester.

Pascal wiegt nur ca. 12 kg und kann sich nur im Rollstuhl fortbewegen. Er ist nicht nur körperlich sondern auch geistig behindert. Als wir die Familie kennenlernten, war sie auf der Suche nach Unterstützung für eine Delphintherapie, sogar mit einem Aufruf in der Zeitung versuchten die engagierten Eltern, das Geld aufzubringen (siehe unten). Unser Vereinszweck sieht keine Unterstützung bei Therapien vor, gerne wollten wir aber Pascal eine Freude bereiten.  Und so schenkten wir ihm und seiner Familie einen Ausflug - einen Ausflug in den Hansapark in Sierksdorf.

Beim Besuch und Übergabe der Karten konnten wir in Pascal ein sehr fröhliches und lachendes Kind entdecken, das genau spürte, dass er mit seiner Schwester und seinen Eltern nun bald etwas besonderes erleben dürfte. Und so war es dann auch – nach dem Besuch im Hansa-Park berichteten alle von einem wunderbareren gemeinsamen Tag!



* Die Namen der Kinder wurden von uns für den Bericht im Internet geändert.


Weitere Erlebnisse mit STERN-TALER-Kindern

Immer wieder erreichen uns Briefe und E-Mails von verzweifelten Eltern, Freunden und Bekannten von erkrankten oder behinderten Kindern, die sich für ihre Kinder sehnlichst besondere Therapien wünschen. Therapien, die sehr vielversprechend sind und von unseren Krankenkassen nicht getragen werden, z.B. die Delphintherapie, Hippotherapie, Eurythmie und so weiter.

Wir haben uns mit diesen Anfragen sehr intensiv beschäftigt. Unsere Vereinssatzung sieht die Erfüllung von Herzenswünschen vor, um Glück zu verschenken. Sicherlich haben die Familien recht, wenn sie sagen, dass ihr Kind durch eine Therapie auch Lebensfreude und Glück empfinden wird. Trotzdem haben wir uns dazu entschlossen, durch unsere Vereinsgelder keinerlei Therapien mehr zu finanzieren – allein um den notleidenden Kindern mit den großen und kleinen Herzenswünschen ihre Träume auch in Zukunft noch erfüllen zu können.

Es ist immer sehr schmerzhaft, diesen Familien „Absagen“ erteilen zu müssen und uns wäre es lieber, auch hier durch die Erfüllung von Herzenswünschen etwas Freude schenken zu können. Doch oft sind die Familien so sehr mit dem Wunsch nach Genesung erfüllt, dass andere Wünsche keinen Raum haben. Das bedauern wir sehr, haben jedoch viel Verständnis dafür.  


Unsere STERN-TALER-Familiendisco:

Im August gab es unser erstes großes STERN-TALER-Event, die Familien-Disco. Mit rund 120 großen und kleinen Gästen feierten wir im Ahrensburger Marstall in großes Fest mit Tombola, Clown, Life-Musik und einer Versteigerung von STERN-TALER-Kunstwerken.

Viele Menschen trugen dazu bei, dass dieses Fest so gut gelungen ist:

•        Die vielen Bastler und Heimwerker, die für einhundert (!) Tombolagewinne gesorgt haben!

•        Die freiwilligen Helfer, die beim Getränkeausschank für das leibliche Wohl sorgten!

•        Die Sponsoren, die uns die Musik und den Clown spendierten!

•        Die Kinder, die wunderbare STERN-TALER-Kunstwerke gemalt, gebastelt und gewerkt haben.

•        Die Künstlerin, die die Gesichter der Kinder während des Festes in  Löwen-, Katzen-, Clown- und STERN-TALER-Gesichter verwandelte!

•        Die Auktionatoren!

•        Die eifrigen Steigerer und Losekäufer!

•        Die Spender!

•        Unsere Gäste, die mit Lust und Freude mit uns gelacht, getanzt, sich gefreut und gefeiert haben!

Wir freuen uns schon auf unser nächstes Fest!

 

    

 
 


Wir haben neue Pläne für die Zukunft!

Talentförderung heißt das Stichwort, wenn wir an die Zukunft von STERN-TALER denken. In Kooperation mit der Schule STERN-TALER-Straße in Hamburg haben wir ein Konzept entwickelt, das Kindern aus sozial schwachen Familien die Möglichkeit gibt, sich ihren Traum zu erfüllen:  

Klavierspielen, aber der Unterricht ist zu teuer. Hockeyspielen, aber die Ausrüstung übersteigt das Budget. Fußball spielen, aber der von der Familie getrennte Vater zahlt die Vereinsbeiträge nicht. Malen, nur die Malschule und auch die Utensilien kann sich die Familie nicht leisten.

Viele Talente, die brach liegen würden, gäbe es nicht Lehrer und andere Betreuer, die die Kinder fördern und fordern und nun mit STERN-TALER die Möglichkeit haben, die Begabungen auch noch finanziell zu unterstützen. So zum Beispiel unser STERN-TALER-Kind Judith, das wir Ihnen auf Seite 11 dieses Berichts vorgestellt haben.


Schlußwort

Liebe Leserin, lieber Leser!

Ein besonderer Dank gilt nach diesem Jahr all denjenigen, die unverhofft unsere Aktivitäten unterstützt haben. Denjenigen, die Feste unter das Motto STERN-TALER stellten, wie zum Beispiel - um nur einige zu nennen - Frau Challies aus Lübeck, Herr Drewalowski aus Ahrensburg. Denjenigen, die ihre Hilfe mit ihren besonderen Fähigkeiten anbaten, wie zum Beispiel Herr Löhler aus Norderstedt, der Rundflüge über Hamburg und Umgebung veranstaltet. Denjenigen, die unserem Verein beitreten, weil sie es einfach für eine gute Sache halten, denjenigen, die auch mit kleinen Spenden zu einer großen Sache beitragen!

Danke, dass Sie alle uns „Rückendeckung“ geben!

Wir freuen uns auf ein aktives STERN-TALER-Jahr ganz unter dem Motto:
„Lasst Kinderaugen strahlen!“
Ihr STERN-TALER Team

Susanne, Charlotte, Kathrin, Silke , Heidi, Natalie und Elisabet

 

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