Jahresbericht 2004
Vorwort
Liebe Leserin, lieber Leser!
Wieder ist ein STERN-TALER-Jahr vorüber. Ein Jahr, in dem wir viele neue Erfahrungen gemacht haben.
Wir gründeten eine Geschäftsstelle in Baesweiler bei Aachen und schlossen neue Kooperationspartnerschaften.
Wir betreuten das erste Mal auch Geschwisterkinder, die tapfer die Not ihrer Brüder oder Schwestern teilen. Dieser neue Aspekt unserer Arbeit entspricht uns sehr, da wir davon ausgehen, dass die Not nicht nur das Kind selbst, sondern die ganze Familie betrifft. So wie die Freude über ein Geschenk oder ein tolles Erlebnis ebenso die gesamte Familie berührt. Die Erfüllung dieser Herzenswünsche wird in Zukunft sicher einen großen Teil der STERN-TALER-Aktivitäten ausmachen.
Wir freuen uns drauf!
In unserem Bericht haben wir wie jedes Jahr alles zusammengesellt, was wir in 2004 mit den STERN-TALER-Kindern, unseren Partnern, den Spendern und Mitgliedern erlebt haben.
Wir sind sehr glücklich mit dieser Arbeit und danken Ihnen für Ihre Unterstützung!
Vielen Dank
Ihr STERN-TALER-Team
STERN-TALER Aachen
Es gibt STERN-TALER jetzt auch in Aachen:
Im Spätsommer des Jahres erreichte uns ein Anruf aus Baesweiler bei Aachen. Jeanette Nauruhn fragte an, ob sie wohl auch in und um Aachen STERN-TALER-Arbeit machen könnte. Sie wäre als Pädagogin in der Uniklinik so nah im Kontakt mit Kindern in Not, denen die Erfüllung eines Herzenswunsches so gut tun würde. Im September entstand ein "Geschäftsstellenvertrag" zwischen Jeanette und uns in Ahrensburg, seit dem leistet die Mutter von zwei Kindern "ganze Arbeit".
Ein Radiointerview und drei Zeitungsberichte zeugen von ihrer Aktivität. Janko durfte die "Preluders" persönlich kennenlernen, Thorsten bekam Hilfe auf dem Weg zum Jugendamt und Gilian träumt heute schon davon, dass sie bald im Frühjahr auf einem Fahrrad durchs Kinderheim sausen darf.
Zu den Kindern finden Sie ausführliche Informationen im Bericht, hier ein Ausschnitt aus Jeanettes Öffentlichkeitsarbeit (Aachener Zeitung, 27.11.2004):
Wir haben neue Partner:
Zusätzlich zu unseren Partnern Wilhelmstift, UKE, Werner-Otto-Institut und Kinderärzte Stormarn haben wir zwei neue Kooperationen aufgebaut:
Dr. Elke Gründel,
Fachärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren
Dr. Gründel ist eine sehr engagierte, warmherzige Frau, die sich sehr über unseren Kooperationsgedanken freute und uns ganz kurzfristig das erste STERN-TALER-Kind aus Bad Oldesloe vermittelte. Carolina ging mit ihrer Familie zum "Tanz der Vampire" (siehe S. 8). So wurden die Gedanken gleich in die Tat umgesetzt - ein sehr fruchtbares Prinzip für unsere zukünftige Zusammenarbeit.
Anne Sievertsen,
Pädagogische Frühförderung und Familienberatung
Über Frau Dr. Gründel entstand auch der Kontakt zu Frau Sievertsen. Frau Sievertsen betreut Familien mit Säuglingen und Kleinkindern mit dem Ziel, die Entwicklung der Kinder anzuregen, ihre Persönlichkeit zu fördern und die Erziehung zu unterstützen. Frau Sievertsen vermittelt uns Kinder, denen die Erfüllung eines Herzenswunsches bei der Erreichung dieser Ziele helfen könnte.
Unsere STERN-TALER-Kinder 2004
"Jannik*"
Janniks Bett steht mitten im Wohnzimmer. Niemand kann genau sagen, wie viel er von dem fröhlichen Lärm seiner Geschwister noch wahrnimmt. Aber genau deswegen soll er ja immer dabei sein, mitten im wuseligen Familienalltag und nicht isoliert und abgeschieden in seinem Zimmer.
Es ist fast ein Wunder, dass Jannik überhaupt neun Jahre alt geworden ist. Die Ärzte begrüßten ihn und seine Mutter in den letzten Monaten, wenn mal wieder eine Lungenentzündung einen Krankenhausaufenthalt nötig machte, immer mit einem freundlich-derben: "Na, das gibt´s doch gar nicht. Ihr seid ja immer noch da!"
Jannik hat das Lennox-Gastaut-Syndrom, eine schwere Form von Epilepsie. Mit jedem neuen Krampfanfall wird das Gehirn weiter in Mitleidenschaft gezogen, später beginnen auch anderen Organe zu versagen.
Als es ihm noch nicht so schlecht ging, liebte Jannik das Wasser in jeder Form. Ob Badewanne oder Planschbecken, Jannik war begeistert und so hatte seine Mutter den großen Wunsch, ihm einmal ein ganz großes Planschbecken zu zeigen: das Meer. Die Planungen für einen Kurzurlaub an der Ostsee waren schon im vollen Gange, als sich Janniks Zustand dramatisch verschlechterte. An eine Reise war nicht mehr zu denken. Und so blieb es bei einigen e-mails und langen Telefongesprächen mit seiner Mama und einem für uns unvergesslichen Besuch der Familie in Bochum.
Blass und reglos liegt Jannik in seinem Bett, von Zeit zu Zeit meldet ein lauter Piepton einen kurzzeitigen Atemstillstand, aber seine Geschwister kennen das schon: "Alles ok, Mama, falscher Alarm." Sie bewundern das Bild vom "Kleinen Prinzen", das wir Jannik schenken - vielleicht schlägt er ja doch noch mal seine Augen auf - und freuen sich sehr über die mitgebrachten Bücher. Marie möchte ihres sofort vorgelesen bekommen und klopft auf Janniks Bett:" Komm, wir setzen uns hier hin, dann kann Jannik auch zuhören."
"Joshi"
Joshi haben Sie schon im Bericht vom letzten Jahr kennengelernt - der kleine brandverletzte Junge, der so gerne tobt, klettert und rutscht.
Die Hangrutsche in Joshis Garten ist ein voller Erfolg gewesen. Schon das Aufbauen hat allen, d.h. Joshi, Joshis Eltern, seinem Bruder, Onkel und Opa, dem Gärtner, den wir engagiert haben und uns, bei wunderbarstem Frühlingswetter sehr viel Vergnügen bereitet (wenn man mal von den Schwielen an den Händen absieht......).
Ein paar Photos zeigen Joshi und unsere große Gartenaktion. Den ganzen Sommer über konnte Joshi mit Fabian und den Nachbarskindern rutschen, nun wartet er auf Schnee...!


"Rene"
Der kleine Bruder von Judith, einem STERN-TALER-Kind aus dem vergangenen Jahr, möchte so gerne schwimmen. Nicht nur planschen, wie bisher, sondern richtig schwimmen! Das ist aber für ein Kind, das mit verschiedenen Behinderungen, unter anderem auch einer sehr starken Sehschwäche, zur Welt gekommen ist, kein so leichtes Vorhaben.
Doch zum Glück gibt es " Jules Schwimmspaß", dort können blinde und sehbehinderte Kinder schwimmen lernen. Wie uns "Jule" erzählte , ist Rene mit großem Eifer und viel Freude dabei und seine Mutter wird sicher bald das Seepferdchen an seine Badehose nähen können.
"Silja"
Silja geht in die achte Klasse und ist 15 Jahre alt. Als wir sie in ihrem Zimmer im UKE begrüßten, wirkte sie anfangs etwas schüchtern. Als sie jedoch sah, dass wir auch zwei "Mädels" im Schlepptau hatten, Kathrins Töchter Philippa und Mia, taute sie sofort auf und es kam eine tolle und entspannte Stimmung auf.
Silja wartet seit einem halben Jahr auf eine neue Niere. Jeden Montag, Mittwoch und Freitag wird sie von einem Taxi in Buchholz abgeholt und ins UKE in die Dialysestation gefahren. Dadurch verpasst sie viel in der Schule. Um den Stoff nachholen zu können, wünschte sie sich einen Laptop.
Wir erfüllten ihr diesen Wunsch und schenkten ihr dazu einen lustigen und heiteren Vormittag. Während Philippa für Silja den Laptop einrichtete und ihr erklärte, wie man einen coolen Bildschirmschoner einstellt und das Textverarbeitungsprogramm aufspielt, saß Mia neben Silja auf dem Bett und plauschte mit ihr über Schule, Jungs und neue Musiktrends.
Es hat uns sehr viel Spaß gemacht, Silja zu besuchen. Wir hoffen, dass sie sich nun neben den viel jüngeren Kindern auf der Station nicht mehr so einsam fühlt und viel Spaß und Erfolg mit den neuen Lernprogrammen hat.
"Hans"
Mit Hans als STERN-TALER-Kind kam auch ein neues STERN-TALER-Mitglied zu uns: Frau Aistermann aus Hamm wurde über das Internet auf uns aufmerksam und vermittelte uns Hans, einen 15jährigen Jungen, der an einem Knochensarkom erkrankt ist.
In einem langen Telefonat mit Hans erfuhren wir, dass er aufgrund der Erkrankungen viel zu Hause bleiben muss, da die Therapie ihn sehr schwächt, die Beine im weh tun und ein Kontakt mit Viren und Infektionen für ihn sehr gefährlich wäre. So verbringt er die meiste Zeit in seinem Zimmer. Dieser Raum jedoch war zu diesem Zeitpunkt noch ein echtes "Kinderzimmer" mit Kleider- und Spieleschrank, einem Schreibtisch mit einem alten Stuhl und nicht so, wie Hans sich SEIN Zimmer vorstellte. Er wünschte sich daher sehnlichst neue Möbel, d.h. einen neuen Schreibtischstuhl und ein Phonoregal für seinen Fernseher und seine Musikanlage. Gemeinsam (am Telefon) stöberten wir den Otto-Katalog und bestellten schließlich beim Schwab-Versand die gewünschten Möbel. Die Freude war groß, als der Versandlaster kam - wurde jedoch getrübt, als Hans feststellen musste, dass er das Regal selber aufbauen musste! Aber Hans hat ja Freunde! Und diese trommelte er zusammen und drei Stunden später war alles aufgebaut und eingerichtet.
Wir danken Frau Aistermann für ihr Engagement für Hans und wünschen ihm für seine Gesundheit alles Gute!
"Carolina"
Carolina wurde an dem Tag, an dem wir sie besuchten, 13 Jahre alt. Sie ist eine große Schwester. Die Schwester von Maiki (10), der in den vergangenen 1 ½ Jahren 100 Tage im Krankenhaus verbracht hat mit Leukämie. Eine Zeit, in der Carolina ständig in Sorge war um ihren kleinen Bruder, nicht zu Haus bleiben konnte und wollte, sehr viel Zeit bei ihm mit ihren Eltern im Krankenhaus war, viel geweint hat aus Angst um ihn. Eine Zeit, die jetzt vorbei ist. Maiki ist geheilt.
Beide Kinder sind große Theaterfans und -spieler. Das wusste unsere neue Kooperationspartnerin Frau Dr. Gründel und vermittelte Carolina an uns. "Wäre es nicht toll, wenn Carolina ein Geschenk bekäme? Dafür, dass sie sich so lange Zeit nicht in den Vordergrund gespielt hat, ihren Eltern geholfen hat, wo sie nur konnte, Maiki so sehr unterstützt hat bei seiner Genesung? Zum Beispiel Karten für das Musical "Tanz der Vampire"?"
Wir schenkten Carolina zwei Karten für dieses Musical an ihrem Geburtstag. Sie war aus dem Häuschen, konnte es kaum glauben, war den Tränen nah. Papa, Mama, Opa, Oma und Tante und Onkel machten es dann noch möglich, dass auch Maiki und sein Vater an diesem einmaligen Erlebnis teilnehmen konnte. Wenn man so tapfer ist, liebe Carolina, wird man manchmal auch so doll belohnt!
"Julius"
Julius ist auch ein großes Geschwisterkind. Er ist 12 Jahre alt und der große Bruder von Gina (7). Gina kam als behindertes Kind zur Welt, das viel Pflege, Fürsorge und Betreuung brauchte. Bis zu dem Tag im Dezember, an dem sie völlig unerwartet verstarb. Für alle unfassbar.
Julius formulierte seinen Wunsch, mit seiner Mama einmal in die Türkei vereisen zu können, schon vor dem Tod seiner Schwester. Doch die Erfüllung war nie möglich; die alleinerziehende Susanne konnte ihre Tochter nicht allein lassen. Dazu kamen die Kosten, die für die Sozialhilfeempfängerin zu hoch waren. Ein paar Tage nach Sinas Tod erreichte uns nun über Sinas Lehrerin Juliuss Wunsch. Noch vor der Urnenbeisetzung besuchten wir Julius und brachten ihm Urlaubsprospekte für die Reiseplanung mit.
Das Weihnachtsfest wurde für Mutter und Sohn sehr schwer, doch die Vorfreude auf die gemeinsame Reise im Mai gab beiden ein wenig Licht in dieser dunklen Zeit. Wir freuen uns, hier ein wenig geholfen haben zu können!
"Rick"
Rick ist ein quietschvergnügter und lustiger 10jähriger Junge, der die Schwestern auf der Station 5 im UKE in Schwung hält. Rick steckt voller Energie. Das ruhige Liegen während der Dialyse fällt ihm daher besonders schwer. Seine schwere Nierenerkrankung ist ihm nicht anzumerken.
Rick wünschte sich eine Playstation, damit die Zeit im Krankenhaus schneller verstreicht. Auf unsere Frage, welche Spiele er gerne für die Playstation hätte, antwortete er prompt: "Spiderman auf jeden Fall! Die anderen fünf dürft ihr selber aussuchen...!"
Als wir Rick die Geschenke brachten, freute er sich riesig und war überhaupt nicht enttäuscht, dass er statt der gewünschten sechs Spiele "nur" Spiderman und ein brandaktuelles Fußballspiel bekam. Und noch etwas freute ihn sehr: Unser Besuch bei ihm lag zwei Tage vor dem Geburtstag seines jüngeren Bruders. Nun hatte Rick auch ein Geschenk für ihn: "...eine Stunde spielen an der neuen Playstation!".
"Janko"
Vor circa zehn Monaten lernte Jeanette als Erzieherin Janko auf der Intensivstation im Klinikum Aachen kennen. Der 10jährige erlitt durch einen Unfall schwere Verbrennungen. Nach der Gründung der Geschäftstelle Aachen endlich, konnte Jeanette mit STERN-TALER Janko einen wunderbaren Wunsch erfüllen: den Besuch des Konzerts "The Dome" am 26. November in Hannover zusammen mit seiner Familie.
Die Spendenfreude in und um Aachen scheint kaum Grenzen zu kennen: Der Veranstalter des Konzertes, RTL2, sponserte Janko und seinen Eltern drei Konzertkarten, das Hotel Radisson SAS ließ die Familie in zwei wunderschönen Doppelzimmern kostenfrei übernachten und Frau Schneider von der Taxizentrale Simmerath fuhr alle mit einem Großraumtaxi von Aachen bis nach Hannover und am nächsten Tag wieder zurück!
Janko war von dem Konzert total begeistert, mit großer Freude und Aufmerksamkeit wartete er auf den Auftritt der "Preluders" und "Nelly" - er wollte bloß keine Sekunde verpassen. Ins Hotel zurückgekehrt wartete noch eine Überraschung auf Janko: die "Preluders" begrüßten ihn persönlich, ließen sich mit ihm fotografieren, schenkten ihm Autogrammkarten und plauderten ganz einfach mit ihm - Janko war aus dem Häuschen!
Wir danken allen, die dazu beigetragen haben, diesen Ausflug für Janko zu einem unvergesslichen Erlebnis zu machen!

"Thorsten"
Thorsten wurde von einem Freund bei uns telefonisch als STERN-TALER-Kind angemeldet. Thorsten ist 17 Jahre alt und wünschte sich ein Bett.
Dieser Wunsch verwunderte uns dann doch ein wenig und wir machten ein Treffen aus. Während unserem Gespräch wurde Thorsten klar, dass er in so schlechten Verhältnissen lebt, dass ein neues Bett nur eine kurzfristige Besserung seiner Situation bringen würde. Thorsten schläft schon seit 4 Jahren auf einem Keil auf dem Fußboden, muss mit 5 Euro Essensgeld jede Woche auskommen….
Wir machten einen gemeinsamen Termin mit dem Jugendamt aus. Dort bekam er die Möglichkeit, in eine betreute Wohngruppe für Jugendliche zu ziehen. Der Umzug hat bereits stattgefunden.
Die gute Zusammenarbeit mit dem Jugendamt hat einem Kind in Not mehr als nur einen Wunsch erfüllt. Thorsten ist die Hoffnung auf eine positive Zukunft gegeben worden.
"Tim, Svenja, Julia und Nils"
Tim ist der älteste von vier Kindern und hat Diabetes. Er wird im Kinderkrankenhaus Wilhelmstift betreut, von hier erreichte uns auch der Wunsch seiner Mutter Maria. Maria ist eine sehr kontaktfreudige, junge Frau, die ihre Kinder (8, 7, 5 und ein halbes Jahr) alleine groß zieht. Sie hat den Ehrgeiz, alles alleine zu machen und keine Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Doch dieses Jahr war nichts für Weihnachtsgeschenke übrig. STERN-TALER hat ihr geholfen, die Herzenswünsche ihrer Kinder zu erfüllen. Die zwei Mädchen bekamen Puppen und ein Bettchen dazu, Tims größter Wunsch war ein Terrain Twister, ein ferngesteuertes Auto, das über jedes Gelände fahren kann und ein Vulkanberg von Fischer Price. Am Heiligabend strahlten die Kindergesichter, die Überraschung war geglückt.
"Tommy"
Tommy ist ein Schicksal widerfahren, vor dem wir als Eltern immer besonders viel Angst haben. Tommy verbrannte sich an offener Flamme (sein Vater ist Tauben-züchter) auf dem Dachboden seiner Eltern und sein Vater konnte nicht helfen. Viele schlaflose Nächte hat Tommys Vater seit dem verbracht: "Wenn ich doch schneller bei ihm gewesen wäre..... wenn ich doch die Flamme gelöscht hätte, als er kam..... wenn ich ihn doch sofort wieder runter geschickt hätte......". Gedanken, die versuchen, das Geschehene ungeschehen zu machen.
Tommy aber (8 Jahre) nimmt das alles gar nicht so schwer. Er geht jetzt wieder zur Schule und sein Alltag sieht, bis auf die Therapien, die er wahrnehmen muß, fast so aus, wie der seiner Schulkameraden. Außerdem ist er ein großer Fußballfan von Hansa Rostock und spielt selber super gern mit seinen Freunden und seinen Vater hinterm Haus auf der Wiese. Er wünschte sich daher ein Fußballtor.
Wir besuchten Tommy und seine Familie zu Hause und brachten ihm ein Tor mit, das wir gleich gemeinsam aufbauten, einen Fußball von der Europameisterschaft und das Trikot von Hansa-Rostock.
Tommy freute sich sehr über unsere Geschenke und den lustigen Nachmittag. Wir wünschen ihm und seinem Vater alles Gute!

"Jannis und Tim"
Kurz vor Weihnachten 2003 wird Angela mit der Nachricht konfrontiert, dass Sie an Brustkrebs erkrankt ist und noch vor Weihnachten eine Brustamputation erfolgen muss. Die Mutter von 2 Kindern, Jannis (3 Jahre) und Tim (10 Jahre), will kämpfen und nimmt auch eine anschließende Chemotherapie in Kauf. Das bedeutet immer wieder Klinikaufenthalte und OPs. Die bisher letzte fand am 10. Dezember 2004 statt. In all diesen langen Monaten versucht der Ehemann so oft es geht Urlaub zu bekommen, um bei den Kindern zu sein. Viele Nachbarn und Freunde helfen. Trotzdem kommen die beiden Kinder nicht daran vorbei, ihre Ferien in der Klinik mit der Mutter zu verbringen.
Im November 04 starb der Opa der beiden Kinder infolge einer Krebserkrankung. "Musst du nun auch sterben?" der 10-jährige Tim macht sich immer wieder Gedanken darüber. Und der 3-jährige Jannis besteht darauf, eine Schaufel mit zum Friedhof zu nehmen. "Wir müssen Opa doch wieder ausgraben. Er muss doch mit uns Weihnachten feiern!"
Die beiden Kinder blicken mich traurig an, als ich ihnen erzähle, dass sie alle zusammen zu einem Weihnachtsmärchen gehen werden. "Wird dann Weihnachten doch noch schön?" fragt mich Tim.
Und am Samstag, den 04. Dezember ist es dann soweit. Die ganze Familie fährt nach Hamburg in das Theaterzelt "Die fliegenden Bauten". Auf dem Plan steht für heute: "Ritter Rost feiert Weihnachten" … ein Weihnachtsmusical für Kinder. Dort gibt es für alle ausreichend Kuchen und Kakao. Die Kinder singen mit, klatschen Beifall und lachen laut über den Mülltonnenmann. Ein kleines Strahlen geht nicht nur von den beiden Kinderherzen, sondern auch von den Eltern aus. Für heute ist alles gut.
"Michael und Marie"
Michaels und Maries Mutter Melanie ist alleinerziehend und der Stress hat sich in den letzten Monaten zugespitzt. Das Sozialamt hat es abgelehnt, die Miete für ihre Wohnung zu übernehmen und so muss sie schnellstmöglich in eine günstigere Wohnung umziehen. Renovierung und zusätzliche Kosten für den Umzug und das alles kurz vor Weihnachten.
Michael, 11 Jahre, ist psychisch schwer krank und lebt in einer Kinderklinik in Eckernförde. An einigen Wochenenden im Jahr darf er nach Hause. Marie, 10 Jahre, lebt bei der Mutter. "Ich weiß nicht wie das alles gehen soll. Die Kinder sollen doch wenigstens ein paar Weihnachtsgeschenke bekommen. Aber es ist kaum Geld für das Allernötigste vorhanden." In unserem ersten Gespräch ist Melanie ziemlich aufgeregt und den Tränen nahe. Wir telefonieren mit der Wohnungsgesellschaft und dem Hausmeister: Zum 01.02.2005 steht der Familie eine kostengünstigere Wohnung zur Verfügung. Ein Teil der Renovierung kann auch übernommen werden. Ein kleiner Erfolg!
Damit die beiden Kinder auch ein Weihnachtsgeschenk bekommen, erfüllt STERN-TALER ihnen ihren größten Wunsch fürs Fest: Ein Helicopter von Lego und ein gebrauchtes Fahrrad für Michael, ein Spielebauernhof von Playmobil für Marie. Als Melanie die Geschenke von Stern-Taler für ihre Kinder bekommt, sagt sie glücklich: "Da werden Marie und Michael Augen machen. Denn eigentlich hatte ich ihnen schon gesagt, dass es dieses Jahr nichts zu Weihnachten geben wird."
"Niklas und Markus"
Nur wenige Tage vor Weihnachten erreicht uns der Anruf von dem Leiter der Bramau-Schule Bad Bramstedt, eine Integrationsschule für Kinder, die aufgrund von Krankheit oder Verhaltungsstörungen besonders betreut werden müssen. Niklas ist 8 Jahre alt und stark in seinem Verhalten und seiner Wahrnehmung eingeschränkt. Die Mutter, Elke, war vor wenigen Wochen mit ihm zur Untersuchung in einer Klinik in Pelzerhagen. Dort wurde vorgeschlagen, den Jungen im Januar 2005 für mindestens 6 Wochen in eine Spezialklinik nach Schleswig einzuweisen, damit genaue Ursache und Medikation festgelegt werden können. Aber für die Fahrkarte nach Pelzerhagen fehlt der alleinerziehenden Mutter das Geld.
Niklas Bruder (15 Jahre) lebt bei seinem Vater, der sicher auch in diesem Jahr wieder für die Weihnachtsgeschenke sorgen wird - denn Weihnachtsgeschenke hat Elke für die Kinder nicht kaufen können, das Geld reicht hinten und vorne nicht. Aber eine Aufmerksamkeit von Mama wäre doch so schön und wichtig!
STERN-TALER erfüllt Niklas und Markus und ihrer Mutter gern diesen Wunsch - zwei CDs als Weihnachtsgeschenk! Bei der Übergabe der CDs an Elke werden wir sehr freundlich begrüßt. "Es ist mir sehr unangenehm, dass ich jemanden um Hilfe bitten muss. Aber ich bin Ihnen so sehr dankbar. So muss ich nicht mit ganz leeren Händen an Heiligabend dastehen. Vielen Dank für alles". Sie wird ganz rot im Gesicht und freut sich wie ein Kind. Der Sohn schaut um die Ecke und fragt uns, ob wir denn Weihnachten feiern würden? Was für eine berechtigte Frage, denn selbstverständlich ist ein schönes Weihnachtsfest leider nicht.
"Gilian"
Gilian ist ein 7-jähriges Mädchen, das mehrfach behindert ist. Sie kann nicht sprechen und laufen. Sie lebt zurzeit in einem Heim in Aachen für behinderte Kinder. Durch die Mithilfe der Betreuerinnen haben wir erfahren, dass sich Gilian über ein behindertengerechtes Fahrrad total freuen würde - das Mädchen ist sehr bewegungsaktiv und liebt es, "Fahrt aufzunehmen".
Mit viel Freude werden wir Spenden sammeln, um Gilian ihren Wunsch nächstes Jahr im Sommer erfüllen zu können. In unserem Bericht von 2005 werden wir dann ausführlich darüber berichten!
Weitere Erlebnisse mit STERN-TALER-Kindern:
STERN-TALER-Talentförderung
Im Jahr 2004 haben wir das Projekt Talentförderung ins Leben gerufen. Wir möchten Kindern, die besondere Fähigkeiten im sportlichen, musischen oder künstlerischen Bereich haben, helfen, diese weiter zu entwickeln.
Begonnen haben wir mit Johannes, 16 Jahre alt, ein toller Comiczeichner. Für ihn sind wir auf der Suche nach der richtigen Malschule. Mareike, 11 Jahre alt, hört ein Lied und spielt es auf dem Keyboard einfach nach. Leider konnten wir ihr wegen Terminschwierigkeiten noch keinen Unterricht organisieren.
Unsere Zusammenarbeit mit der Stern-Taler-Schule in Hamburg hat sich konkretisiert. Am Frühjahr 2005 werden fünf Schüler der zweiten Klasse Klavierunterricht erhalten. Für dieses Projekt haben wir die Musikschule Thomas Lass in Bargteheide begeistern können, die uns einen Klavierlehrer vermittelt hat.
Dies ist nur der Anfang. Unser Wunsch ist es, vielen Kindern bei der Förderung ihrer besondern Fähigkeiten unter die "Arme greifen" zu können. So kann aus einem Talent ein Beruf und vielleicht sogar eine Berufung werden.
Wir haben neue Pläne für die Zukunft!
Am 23. und 24. April 2005 findet ein großes Golfturnier auf der Wendlohe statt. Dank der Initiative von Herrn Murr aus Pinneberg dürfen wir uns an diesem Wochenende auf dem Golfplatz präsentieren - die gesamten Startgelder werden den STERN-TALER-Kindern zugute kommen. Danke, Herr Murr!
Am 13. August 2005 gibt es das STERN-TALER-Sternschnuppenfest auf der Obstwiese in Lütjensee. Leckeres Grillgut, kühles Bier, Saft und Cola, viele Aktionsspiele, Lagerfeuer, eine große Tombola, Musik vom Leiherkastenmann und ein besonderes Sternschnuppenereignis erwartet Sie an diesem Abend. Die Einladungen erhalten Sie vier Wochen vorher! Wir freuen uns auf ein schönes Fest.
Schlußwort
Liebe Mitglieder, liebe Spender, liebe Interessenten!
"Nichts ist sicher, nur die Veränderung."
Unter diesem Motto gehen wir ins neue STERN-TALER-Jahr.
Unsere Arbeit wird sich weiter verändern; wir werden mehr mit Geschwister-Kindern arbeiten, Talente fördern, vielleicht noch eine weitere Geschäftsstelle eröffnen, neue Kooperationen gründen und, und, und.....
Unsere Struktur wird sich ändern; Nathalie wird nun auch in Zukunft Vorstandsarbeit machen, Susanne wird ihre Aufgabe der Vorstandsvorsitzenden zur Verfügung stellen. Elisabet hat sich bereits angeboten, diesen Posten zu übernehmen. Die Entscheidung darüber wird in unserer Mitgliederversammlung am 7. Februar gefällt.
Unveränderlich bleibt unsere Freude an der Tätigkeit, Kindern, die es im Leben nicht nur leicht und angenehm haben, etwas Licht und Sonne zu schenken und unsere Dankbarkeit, dass Ihr/Sie liebe Mitglieder und Spender, uns dabei unterstützen!
In diesem Sinne wünschen wir allen ein gutes Jahr 2005! Danke!
Ihr STERN-TALER Team
Susanne, Charlotte, Kathrin, Silke , Heidi, Natalie und Elisabet